Meine Reise nach Russland und die Besonderheiten der russischen Küche

Es war nicht meine erste Reise nach Russland. Schon vor 2 Jahren habe ich das Land kennengelernt und auch die große Gastfreundlichkeit der Menschen.

Meinen Urlaub verbrachte ich in einer russischen Kleinstadt zwischen Moskau und St. Petersburg. Nach einer langen Anreise mit Flugzeug, Bahn und Taxi, einer viel zu kurzen Nacht, freute ich mich auf das Frühstück.

Obwohl die Hauptfrühstückszeit schon vorüber war, konnte das Angebot am Büfett nicht reichlicher und besser sein. Dann füllte sich das Restaurant mit vielen Kindern, die wie ich, in der Nacht ankamen. Sie hatten bestimmt auch eine lange Anreise, dachte ich.

Zu meiner Verwunderung stellten sie sich ganz ruhig und geordnet am Büfett an, ohne drängeln und schubsen. Sie nahmen sich erst jeder eine Suppentasse Kascha und setzen sich auf ihren Platz. Wieder ganz leise und diszipliniert bedienten sie sich dann weiter am Büfett. Es war erstaunlich, ein ganzer Bus mit Kindern und im Restaurant war das kaum zu hören.

Kascha, das habt ihr bestimmt schon mal gehört, ist ein Buchweizenbrei, der, so habe ich mich informiert, einen hohen Eisengehalt hat und er soll die beste Stärkung für den Tag sein. Aber der war nicht so meins.

Da griff ich lieber zu Blini. Eine Art Pfannkuchen der aus Mehl, Butter, Milch, Eier, Sahne, Zucker, Salz und Hefe zubereitet wird. Man nimmt dazu saurer Sahne oder auch Apfelmus. Oder auch zu Syrniki, die den sächsischen Quarkkäulchen ähnlich sind. Alles sehr deftig.

Was mich auch immer zum Frühstück reizt, sind Eier. Sie wurden auf ganz verschiedene Weise angeboten. Was typisch russisch ist, sind gestockte Eier, die sehen aus wie ein Stück Kuchen.

 

Natürlich gab es auch Wurst, Käse, Joghurt, gebratene Hühnchen, gegrillte Würstchen usw.

Was ich aber vermisste war Marmelade wie wir sie kennen. Es standen Schalen mit Konfitüre auf dem Büfett, die sehr dünnflüssig war und nicht geeignet als Brotaufstrich. Das hat mich am Anfang verwirrt, ich wusste nichts damit anzufangen. Jetzt weiß ich, die Konfitüre wird im Tee aufgelöst. Tee mit Warenje, so heißt es, wird gerne getrunken.

Völlig anders als wir es kennen ist in Russland Kompott. So bezeichnet man dort ein süßes und erfrischendes Getränk. Überhaupt haben die Russen tolle Säfte und Limonaden, vor allem nicht so süß. Ich habe oft Estragonlimonade getrunken. Das klingt etwas merkwürdig, Limonade aus Kräuter schmeckt jedoch sehr gut und stillt den Durst.

Bei meinem Restaurantbesuchen vielen mir die Sakuskas auf. Es sind eigentlich Vorspeisen und der Anfang jeden russischen Menüs. Sie sind sehr beliebt, vielseitig und werden auch gerne zwischendurch gegessen als kleiner Imbiss.

 

Die Sakuskas in einem typischen Fischrestaurant waren schon vom Namen nach verlockend. Man muss sie einfach ausprobieren, sie sind immer sehr appetitlich angerichtet. Nach mehreren Sakuskas habe ich dann den Hauptgang lieber weggelassen. Ein typisches russisches Menü sollte jeder Russland Reisende probieren, die Küche ist überall sehr gut. Aber Vorsicht, lasst euch Zeit zwischen den Gängen sonst sind die Köstlichkeiten nicht zu schaffen. Ein russisches Sprichwort sagt „wer lang isst, der lebt lange“.

 

Ein unbedingtes muss sind die Fischsuppen. Auf russisch Ucha, eine klare Suppe. Sie wird immer frisch zubereitet. Je nach Fischsorte ist die Wartezeit der Zubereitung. Das kann bis zu einer Stunde sein, da empfiehlt sich vorzubestellen. Ich hatte eine Forellen Ucha wie ihr auf dem Bild sehen könnt. Die Forelle kommt aus der Fischzucht gleich neben an.

 

Dann möchte ich euch noch unbedingt erzählen, wie in Russland Schaschlik zubereitet wird. Wahlweise mit Hammel, Schweinefleisch oder Rindfleisch. Der Grill heißt „Mangal-Grill“ und ist nur für Schaschlik geeignet.

 

Überall werden Schaschlik  gegrillt und verkauft, an den Straßenrändern, daneben steht der heiß dampfende Samowar, vor kleinen Kneipen, im Gartenrestaurant, auch im Hotelgelände am Sommercafé stand ein Grill mit leckeren Schaschlik.

 

Die Zubereitung ist ganz anders als bei uns. Das Fleisch wird vorher mariniert, dann auf 60 cm lange spezielle Metallspieße (Schampur genannt) aufgespießt. Auf dem Spieß ist nur Fleisch, kein Gemüse. Der Grill wird ordentlich mit Birkenholz angeheizt und wenn alles glüht werden die Spieße aufgelegt. Das gegarte Fleisch wird von den Spießen abgezogen, je nachdem wie groß die Portion sein soll und mit Gemüse, Brot und Soßen gereicht. Das Fleisch ist wunderbar zart und knusprig.

 

Es gibt noch viel über das Besondere und Andere der russischen Küche und ihre vielen geschichtlichen, kulturellen, religiösen Einflüsse zu berichten. Es lohnt sich auch einen Blick auf die süßen Köstlichkeiten zu werfen. Am besten ihr probiert sie selbst aus.

 

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